Die Andrebauernkapelle  



Kapelle 1

Andrebauernkapelle außen

Kapelle innen

Kapelle innen mit Marienstatue

Stadler

Erbauer der Kapelle Stadler Korbinian jun. und Korbinian  sen.

 

Die Andrebauernkapelle in Thal: Ein Ort der Besinnung und Heilssuche
Aus einem Bericht im Dorfener Anzeiger vom  14.09.2019
Gelübde eingelöst: Vater und Sohn Korbinian Stadler stehen in ihrer Andrebauernkapelle vor der Steingrotte mit einer Lourdes-Muttergottes-Statue. Der hölzerne Christus (M.) ist über 200 Jahre alt. © wei
An einem idyllischen Flecken Heimat thront die vor 25 Jahren erbaute Andrebauernkapelle. Im Schatten einer heute mächtigen Baumgruppe auf einer südlichen Anhöhe im Goldachtal bei Thal nahe Schwindkirchen steht das stattliche Kirchlein. Friedlich ist es da, und eine wohltuende Ruhe erwartet die Besucher.
Thal – Viele Menschen suchen dort die Hilfe der Mutter Gottes, die in der Kapelle als große Marienstatue aus dem Wallfahrtsort Lourdes in einer Steingrotte steht. Ein idealer Ort zur inneren Einkehr. Mit einer Andacht und einem Festgottesdienst wurde jetzt an „25 Jahre Andrebauernkapelle“ gedacht. Sie hat ihren Ursprung im Jahr 1890. Viele Gläubige aus dem Pfarrverband St. Wolfgang machten sich zum Jubiläum von Oberschiltern, Mayerhof und Hinterberg aus in einer Sternwallfahrt auf den Weg zur Kapelle. Die Messe zelebrierte Pfarrer Michael Henger. Franziskanerpater Leopold Mader hielt die Predigt.
Anfang der 1990er Jahre hat Familie Stadler aus Thal die Andrebauernkapelle neu erbaut. 1994 wurde sie in einem Festgottesdienst eingeweiht. Ein Gelübde der Familie Stadler war der Anlass dafür. Bei der Feldarbeit 1969 war der zweijährige Sohn schwer verletzt worden. Das Flehen zur Mutter Gottes auf Genesung des Kindes wurde erhört, und die Eheleute Stadler lösten ihr Versprechen ein, die baufällige Kapelle neu zu errichten.
Die ledige Andrebauern-Tochter Cäcilia Hankl hatte mit ihrem Heiratsgut 1890 eine hölzerne Kapelle mit einer Grotte und lebensgroßer Madonna aus dem weltberühmten Wallfahrtsort Lourdes darin errichten lassen, erzählen Korbinian Stadler senior und junior unserer Zeitung. Die Geschichte der Kapelle gehe bis auf den Dreißigjährigen Krieg zurück. An dem Kapellenplatz soll damals ein Bildstock gestanden haben, der verfallen oder abgerissen worden war. Der Legende nach ist dort dann eine Gestalt gesichtet worden, die Anlass dazu gab, eine hölzerne, dornengekörnte Christusfigur anzufertigen und in einer Kapelle aufzustellen. Diese über 200 Jahre alte Figur gibt es heute noch auf dem Hof der Stadlers. Sie befand sich früher in der Kapelle über der Grotte. Heute wird sie nur noch zu besonderen Anlässen gezeigt.
Die meisten Menschen, die dorthin kommen, bitten um Gesundheit und Heilung und ersuchen die Mutter Gottes in ihrer Verzweiflung oder Trauer betend um Hilfe. Die zahllosen Einträge in inzwischen mehreren Kapellen-Gästebüchern zeugen von vielen Schicksalen, von Leid und Trauer, aber auch von Glück und Hilfe, die die Besucher erfahren haben.
So kann man etwa lesen: „Beschütze unsere ganze Familie vor Krankheit und stehe uns in schweren Zeiten bei“, „Danke, dass ich eine so tolle Familie habe, so viele Freunde habe und meine Familie gesund ist“, oder „Bitte mach meine Frau wieder gesund“, „Hilf uns, dass sich unsere schwere Krankheit bessert“. Viele Einträge erzählen vom Dank an Maria. „Danke Mutter Gottes für eine gute Geburt und ein gesundes Kind“, schrieb eine Mutter ins Kapellenbuch. Oder: „Liebe Mutter Maria! Ich will Dir danken, dass ich wieder einigermaßen gesund wurde.“
Aber auch in Liebesdingen wenden sich die Menschen hierher: „Ich bitte dich auch, dass meine Mama endlich ihre große Liebe findet, mit der sie bis in alle Ewigkeit zusammen bleibt. Einen Mann, den auch ich mag. Das wäre sehr sehr nett, danke lieber Gott.“ Eine Oma betet: „Liebe Mutter Gottes, hilf, dass mein Enkel eine Arbeit findet.“
Die Andrebauernkapelle ist aber nicht nur ein Ort zum Gebet. Die herrliche Lage ist es, die so manchen Besucher lockt. Der Blick kann frei schweifen bis ins Goldachtal Richtung Osten. Bei günstiger Witterung sieht man über den Kirchturm von Schwindkirchen hinweg sogar die Berge im Bayerischen Wald. Richtung Westen zeigt sich der Ort Armstorf von einer ganz anderen Seite, und ein Tal weiter nördlich sieht man die Wallfahrtskirche Maria Dorfen. 

[Bild- und Textquelle:  https://www.merkur.de/lokales/erding/dorfen-ort28598/vor-25-jahren-erbaut-andrebauernkapelle-in-thal-ein-ort-besinnung-und-heilssuche-13000946.html]